Einsatzorte

Für ein Kurzzeitvolontariat sind nur Einsatzstellen innerhalb Europas und Nordamerikas möglich, da – neben anderen Gründen – dort die Umstellung auf die Kultur und Lebensumstände einfacher fällt.

Da wir uns bemühen, immer dort zu helfen, wo wir am meisten gebraucht werden, ändern sich die Einsatzorte nach Bedarf. Voraussetzung ist, dass die Amtssprache des Landes so beherrscht wird, dass du mit den Menschen im Einsatz gut kommunizieren kannst (z.B. Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch oder Italienisch).

Beispiel für Projekteinsätze im Kurzzeitvolontariat:

  • Großbritannien, Liverpool
  • Frankreich, Lille

Einsatzbericht

Volontärin Sarah Kirschbaum berichten über ihren Einsatzort, über das Projekt der Don Bosco Schwestern, ihre Aufgaben und wie sie sich zurechtfand.

Sarah Kirschbaum, Großbritannien

Wo warst du und was war deine Einsatzstelle?
Das Projekt, von dem ich ein Teil war, heißt „UR Space“ und hat seinen Sitz in Glasgow, der größten Stadt Schottlands. Der Akzent der Schotten, besonders in Glasgow, stellt eine besondere Herausforderung für jeden geübten Englischsprecher dar und viele der Stadtteile sind sozial nicht besonders gut gestellt.

Unser Projekt dort war den Tagen der Religiösen Orientierung in Deutschland sehr ähnlich. Wir boten Schulen ein Programm zur Besinnung auf ein bestimmtes Thema an. Das konnten zum Beispiel „Die erste Kommunion“, „Die Fastenzeit“ aber auch „Beziehungen zu meinen Mitmenschen“ sein. Außerdem gestalteten wir Freizeitangebote in Schulen und Kirchengemeinden. So sammelten wir mit den Kindern zum Beispiel Spenden für die VIDES-Freiwilligen auf den Philippinen oder vergnügten uns bei schönem Wetter mit Ballspielen und einer Schnitzeljagd im Stadtpark.

Mit wem hattest du während des Jahres zu tun?
Besonders herzlich wurden Rebecca, die andere Freiwillige in dem Projekt, und ich von den Schwestern Connie, Bernie und Essie empfangen. Mit ihnen zusammen sollten wir auch wohnen und arbeiten. Aber nicht nur mit den Schwestern, sondern auch mit den Lehrern und Priestern, mit denen wir gemeinsame Projekte durchführten, verstanden wir uns auf Anhieb sehr gut. Dass das Wohl der Kinder, die im Alltag zum Teil mit großen Schwierigkeiten konfrontiert waren, oberste Priorität hatte, stand immer außer Frage.

Zuhören und ermutigen – zwei wichtige Aufgaben
Die Kinder und Jugendlichen in Glasgow sind bei unseren ersten Treffen oft misstrauisch gewesen und waren verunsichert. Die meisten kannten es nicht, dass man ihnen etwas Gutes tun wollte. Doch wenn ich mich mit den Kindern unterhielt, öffneten sich die meisten sehr schnell. Wenn Probleme bestanden, über die sie mit sonst niemandem reden konnten, hörte ich zu und war jedes Mal überrascht, womit sich Kinder, auch in der europäischen Gesellschaft, herumschlagen müssen.

Armut, zum Beispiel, ist in vielen Stadtteilen Glasgows ein schlimmes Problem. Kriminalität und Morde durch Gangs sind hier keine Seltenheit. Schlimme Krankheiten oder Tod in der Familie waren ebenfalls Themen, über die viele der Kinder sprechen wollten. Kleine Komplimente zu machen und jedem missmutigen Blick mit einem Lächeln zu begegnen, wirkte während meines Dienstes wahre Wunder.

Das braucht es für ein gutes Miteinander…
Aus meiner Zeit in Schottland habe ich gelernt, dass man niemals über andere urteilen sollte. Wir haben alle eine Geschichte, die uns zu dem gemacht hat, was wir sind. Ein freundliches, unvoreingenommenes aufeinander Zugehen und eine positive Einstellung sind manchmal das, was anderen helfen kann, Schwierigkeiten zu überwinden und den eigenen Weg zu finden.

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