Falling in love with Ethiopia

Von Sambia nach Äthiopien: Volontärin Anna Hintringer berichtet vom Wechsel des Einsatzortes.
Angekommen am neuen Einsatzort: Anna Hintringer und Magdalena Sattler.

Nach einem Hilferuf der Don Bosco Schwestern in Äthiopien wechselten Magdalena Sattler und ich den Einsatzort. Am Dienstag erreichten wir unser Endziel. Vor zwei Wochen kamen wir mit Sack und Pack nach einer anstrengenden, aber höchst interessanten Autofahrt in Dilla an.
 
Auch wenn ich die Fahrt über am liebsten geschlafen hätte, war ich nicht im Stande, meine Augen zu schließen, da sich neben und auf den Straßen so viel Interessantes getan hat und ich von der Landschaft so angetan war, dass ich alles sehen hab müssen. Ich habe in meinem Leben noch nie ein schöneres Land gesehen als Äthiopien. Ehrlich! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie wahnsinnig schön es hier ist. Man ist umgeben von grünen Feldern, die die Einheimischen mit Esel und Kuh und mit bescheidenen Hilfsmitteln bewirtschaften. Neben kleinen, runden Häusern aus Stein und Holz, findet man eine Unmenge an Bananenbäume, Moringapflanzen, Blumen in den unterschiedlichsten Farben und ringsherum wird man von Hügeln und Bergen umgeben. Die Hügellandschaft erinnert ein bisschen an meine Heimat - an das Mühlviertel. Nur dass hier alles viel bewachsener ist und die Pflanzen in intensiveren Farben leuchten. In den Lüften schweben majestätische Adler, die ihre Kreise ziehen und sich vom Wind treiben lassen. Wenn man das Glück hat, kann man in einem der Bäume auch kleine Äffchen entdecken, die sich blitzschnell von einem Ast zum anderen schwingen.
 
Es war schon dunkel, als wir gegen 19 Uhr den Compound der Don Bosco Schwestern erreichten. Schwere Regentropfen fielen vom Himmel als wir das Auto verließen. Schnellstmöglich schnappten wir unsere sieben Sachen und liefen in Richtung Haus, wo uns die Schwestern mit offenen Armen empfingen. Man konnte in ihren Augen sehen und an ihrer Haltung erkennen, dass sie überaus erfreut über unseren Besuch sind und dankbar, Unterstützung von uns zu erhalten. Drei Schwestern sind im Projekt in Dilla tätig. Zwei Schwestern aus Äthiopien und eine aus Polen.

Neben zwei Kindergärten umfasst das Projekt auch ein College für Fashion und IT, eine Klinik und eine kleine Backstube. Meinen Platz im Projekt habe ich in einem der Kindergärten gefunden. In dem Kindergarten, der sich außerhalb der Stadt befindet, erfreue ich mich an einer netten Anzahl an Kindern. Genauer gesagt sind es 360 Kids, die ich betreuen darf. Als mir zum ersten Mal davon berichtet wurde, dass ich mit so vielen Kindern zu rechnen habe, war ich für einen Augenblick kurz irritiert. Wie soll ich so viele Kinder auf einmal in den Griff bekommen? Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Aber es ist schaffbar! Mehr oder weniger ...
 
Als ich das erste Mal das Kindergartengelände betrat, dauerte es nicht lange, bis ich von einer Kinderschar umgeben war. Überall strahlende Augen und lächelnde Gesichter. Gleich wurde ich an den Armen und Beinen gepackt, umarmt, und jeder wollte mir die Hand geben. Außerdem wurde ich von oben bis unten bewundert und bestaunt. Meine Arme, mein Gesicht und meine Haare waren äußerst interessant für sie und mussten natürlich berührt und begutachtet werden. Man muss ja schließlich herausfinden, ob sich meine weiße Haut anders anfühlt als ihre und ob meine blonden Haare weich sind oder nicht. Es war so süß wie vorsichtig sie mit mir umgegangen sind und wie behutsam sie mich berührten.
 
Bis man allen 360 Kindern die Hand gegeben hat, kann schon mal eine Stunde vergehen, aber das war’s mir wert. Denn es erwärmte mein Herz zu sehen, wie glücklich ich sie nur durch einen Händedruck, ein Lächeln oder eine Umarmung machen konnte. Die kleinen Kinder sind einfach nur froh und dankbar, jemanden zu haben, der ihnen zeigt, dass sie wertvoll sind. Dass es gut ist, dass sie da sind. Es braucht echt nicht viel, um ihnen den Tag zu verschönen. Ihnen ein Gefühl von Zuneigung zu geben und ihnen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Man sagt ja, die Augen der Kinder in Afrika strahlen. Dass sich Freude, Hoffnung und Liebe in ihnen widerspiegelt, und es ist kein Mythos. Es ist Tatsache. Die riesigen, süßen, braunen Äuglein der Kleinen leuchten tatsächlich. Man verliert sich darin. Pure Liebe ist es, was sie einem vermitteln.

(Anna Hintringer, Volontärin)

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