Der Countdown läuft

Bis Ende Juni ist Volontärin Julia Helfer noch in Nicaragua.
Anlässlich des Geburtstags des nicaraguanischen Nationalhelden Sandino tanzen die Kinder einen traditionellen Tanz.

Der Begriff Zeit ist relativ. Die ersten Wochen hier in Nicaragua erschienen wie Monate für mich. Die letzten Monate sind vergangen wie wenige Wochen. Meine erste Zeit hier war ungewohnt, alles war neu, ich kannte niemanden und konnte die Sprache nicht sprechen, es war sicher keine einfache Zeit. Doch die Mühe am Anfang und mein Wille durchzuhalten haben sich gelohnt. Der Alltag hat sich eingeschlichen, ich bin von tollen Menschen hier umgeben und mein Leben in Deutschland scheint mir so irreal und Welten entfernt. Nicaragua ist für mich eine zweite Heimat geworden. Ich stehen vor meinen letzten Wochen hier in Nicaragua, Ende Juni werde ich nach Deutschland zurückkehren. Mit den Kindern bleibt mir noch knapp eine Woche, weil ich den Juni noch nutzen möchte, um mit einer Freundin aus Deutschland zusammen Nicaragua zu bereisen. Das Land, in dem ich für acht Monate gelebt habe.

Die letzten Wochen mit den Kindern waren ereignisreich, anstrengend und schön zugleich. An einem Sonntag haben wir Planschbecken aufgebaut und zusammen mit den Familien der Kinder das schöne Wetter bei leckerem nicaraguanischem Essen und Frescos genossen, während die Kinder ihren Spaß im Wasser hatten. Jedes Kind hat seine eigene Blume gepflanzt, um die es sich kümmern soll. Anlässlich des Geburtstags des nicaraguanischen Nationalhelden Sandino haben die Kinder nach langem Proben Folklore, ein traditioneller Tanz in Tracht, getanzt. Gestern haben wir eine Prozession begleitet von Liedern zum Fest der Maria Auxiliadora durch unser "Barrio" (Viertel) gemacht.
 
Wenn ich die Kinder im Moment noch alle sehen, kommt er mir noch so weit entfernt vor, der Tag an dem ich durch das Tor gehen und nicht mehr zurückkehre. Ich versuche meine letzten Tage mit ihnen noch zu genießen und noch nicht an den Abschied zu denken.
 
Der Sommer ist vorbei und die Regenzeit hat begonnen, allerdings ist die Hitze teilweise immer noch unerträglich. Am Nachmittag oder in der Nacht regnet es jetzt öfter und teilweise auch stark, allerdings trocknet alles auch schnell wieder. Bei Regen kommen weniger oder fast gar keine Kinder in die Schule, könnte ja gefährlich werden, wenn man nass wird. Ich muss nur bei dem Gedanken an des Wetter in Deutschland schmunzeln. Wenn wir bei Regen nicht in die Schule oder zur Arbeit gehen würden ...

(Julia Helfer, Volontärin)

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